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Future Work Skills: So verändert die Digitalisierung das Arbeitsleben

Blog-Eintrag   •   Aug 02, 2018 14:55 CEST

Brauchen wir zukünftig ein Superhirn um mithalten zu können?

„Digitalisierung? Findet bei uns in der IT- Abteilung statt“. Wer das denkt ist bald raus aus dem Geschäft, denn Digitalisierung betrifft alle: jedes Department, alle Abteilungen, jeden Manager und Mitarbeiter, jeden Prozess, jeden Nutzer. Doch was heißt Digitalisierung eigentlich genau und wie beeinflusst sie unseren Workspace? Mit welchen Skills muss der Mitarbeiter von Morgen ausgestattet sein, um erfolgreich zu werden?

Digitalisierung bedeutet einerseits die Umwandlung analoger in digitale Daten und andererseits überhaupt die Möglichkeit zu haben, Unmengen an Daten digital zu erfassen, zu speichern und sie informationstechnisch zu verarbeiten. Das hat Konsequenzen auf unterschiedlichsten Ebenen. Viele Berufe werden in Zukunft durch künstliche Intelligenz unterstützt oder sogar ersetzt werden. Ganze Berufsfelder werden sich dadurch verschieben und Arbeiten an sich muss neu gedacht werden.

Die Technik ist dein Freund

Eine ganz wichtige Erkenntnis ist: die neue Technik sollte nicht ignoriert, oder unterschätzt werden. Man muss aber auch nicht befürchten, irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden. Der Computer kann zwar zu 100% schneller Wissen verarbeiten und uneingeschränkt auf jegliche Speicher zugreifen. Die Informationen müssen aber trotzdem eingeordnet und beurteilt werden. Welche Werte sind also gefragt undwas kann der Computer nicht? Das Institute for the Future hat dazu schon 2011 eine Re-Working Map herausgebracht. In dieser listet sie zehn Kompetenzen auf, die den Arbeitnehmer von (heute) morgen auszeichnen.

Future Work Skills 2020 – Weniger Fachwissen, mehr Methoden

  1. Die erste Kompetenz widmet sich dem schon angesprochenen Sense Making. Maschinen können nicht alles enkodieren – höhere Ebenen des Denkens bleiben erstmal den Menschen überlassen. Bis jetzt ist es also immer noch eine wichtige Aufgabe, Sinnzusammenhänge zu finden und zu verstehen.
  2. Eine Schlüsselqualifikation wird auch in Zukunft die soziale Kompetenz sein. Soziale Intelligenz wird benötigt, um Vertrauen aufbauen zu können und erfolgreich im Team zu arbeiten.
  3. Flexibel bleiben… oft leichter gesagt, als getan. Trotzdem ist die Fähigkeit sich Unerwartetem stellen zu können und sich immer wieder Neuem anzupassen sehr wichtig. Gerade automatisierte Prozesse benötigen flexibel arbeitende Mitarbeiter und Manager.
  4. Eine global arbeitende Welt eröffnet der Arbeitswelt viele Möglichkeiten. Das hat aber auch die Folge, dass man sich – nicht nur sprachlich – auf kulturelle Unterschiede und Lebensräume einlassen muss.
  5. Big Data liefert nur dem Informationen, der die Daten richtig entschlüsselt. Dafür muss auch klar sein, welche Daten überhaupt gebraucht werden. Ganz wichtig: auch ohne Algorithmus Entscheidungen treffen können.
  6. Die Option über verschiedenste neue Medien und Plattformen zu kommunizieren, muss gelernt sein, um alle Möglichkeiten richtig ausschöpfen zu können. Medialer Content muss im Umkehrschluss auch immer kritisch betrachtet werden.
  7. Sich mit allem vernetzen zu können, bedeutet auch einen nie endenden lebenslangen Lernprozess. Arbeitnehmer sollten sich zukünftig nicht scheuen, neue Bereiche und Disziplinen kennenzulernen.
  8. So schnell wie sich die Technik verändert, sollte auch der ideale Arbeitnehmer dazu in der Lage sein, alte Prozesse immer wieder neu zu denken und kreativ zu arbeiten.
  9. Um den Information Overload zu umgehen, muss man lernen Informationen zu sortieren und zu bewerten, um zu guten Ergebnissen zu gelangen.
  10. Der Arbeitsplatz wird in Zukunft vermehrt digital sein. In einem virtuellen Team effektiv zu arbeiten, ist eine Herausforderung und erfordert viele neue Kompetenzen. Klare Ziele und unmittelbare Kommunikation helfen dabei, die Motivation zu steigern.

Das sind erst einmal viele Punkte. Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass vieles davon auch heute schon umgesetzt wird und notwendig ist, um effektiv zu arbeiten. Die Digitalisierung rückt eigentlich die wichtigen Sachen in den Vordergrund. Sie fordert uns heraus und hält uns davon ab, im stillen Kämmerlein sitzen zu bleiben. Gleichzeitig hilft sie langwierige und mühselige Prozesse zu vereinfachen. Das hilft den Kopf für Kreatives freizubekommen und schafft im besten Fall die notwendige Motivation.

Menschlichkeit rückt in den Vordergrund

Wenn wir mit dem Computer nicht mehr mithalten können, dann zeichnet uns vor allem eines aus: die Emotion, das Menschsein. Das machen die Future Work Skills sehr deutlich. Der gut programmierte Computer wird besser sein als du, auch in deinem Fachgebiet – jedenfalls was das Wissen angeht. Emotionale Intelligenz, soziale Kompetenz und Teamfähigkeit sind allerdings die menschlichen Stärken, die nun verstärkt in den Vordergrund rücken. Es wird nicht mehr darum gehen, dass wir wie Maschinen arbeiten. Und das ist doch erst einmal eine positive Entwicklung, oder? Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass es wirklich darauf ankommt, wie wir uns als Persönlichkeiten verstehen und dass wir wissen, wo wir uns am besten einbringen können.

Zeig deine Persönlichkeit

Der Workspace von morgen hat also gute Chancen, der bessere zu werden. Es wird weniger darauf ankommen, wo wir uns auf der Welt befinden, die Kommunikationswege werden noch einfacher und es werden flachere Unternehmenshierarchien entstehen. In denen wird es viele Chancen geben, die eigene Persönlichkeit einzubringen. Hier können dann Querdenker und lernwillige Köpfe herausstechen, die über den Tellerrand blicken und die wichtige Social Skills besitzen. Die Digitalisierung bedeutet also nicht nur eine Herausforderungen für die Unternehmen, IT-Sicherheitsmaßnahmen und Infrastrukturen. Digitalisierung bedeutet, die eigene Arbeitskraft neu zu definieren und zu menschlichen Skills zurückzufinden.

Quellen (IFTF; Andreas Weber 2017: „Digitalisierung – Machen! Machen! Machen!)

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