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Studi-Horoskop: Der Krebs auf dem Campus

Blog-Eintrag   •   Jul 02, 2018 11:47 CEST

Sternzeichen Krebs? Dann nervst du deine Kommilitonen vielleicht mit deinem Pessimismus.

Wer kennt sie nicht noch aus der Schulzeit: die lieben Klassenkameraden, die bei der nächsten Klausur GARANTIERT eine Fünf schreiben, weil der Stoff einfach SO kompliziert ist. Und die dann bei Bekanntgabe der Ergebnisse etwas verschämt das Heft mit der Bestnote im Säckl verschwinden ließen. Mit Sicherheit alles Krebse. Muss so sein. Denn kein anderes Sternzeichen kultiviert und pflegt seinen Pessimismus derart wie die Juni-/Juli-Geborenen (22.06. – 22.07).

Dramatiker mit großem Herz
Entsprechend fühlen sich Krebse an einer Hochschule besonders wohl – während der Prüfungsphase stürzen sie von einer Sinnkrise in die nächste, liegen schluchzend über ihren Büchern und treiben WG-Mitbewohner wie Professoren mit düsteren Weltuntergangs-/Voldemort kommt-/Der Winter ist hier-Phantasien in den Wahnsinn – um nach anschließenden Erfolgserlebnisse wie Phoenix aus der Asche auf der Semesterabschlussfete wieder aufzutauchen. Denn mal ganz abgesehen von ihrem Hang zur Dramatik: gesellig sind sie auch, die Sommerkinder. Wem es gelingt sein Herz zu erobern, kann sich über einen hilfsbereiten und verlässlichen Freund freuen, der stets mit Rat und Tat zur Seite steht und gerne auch ungefragt seinen Senf zu allen Lebensfragen abgibt. Er weiß schließlich wie der Hase läuft und wo Gefahren lauern und tut alles, um seine Lieben vor eben diesen zu beschützen. Halbstündliche Nachfragen im Gruppenchat, ob denn alle an die Abgabefristen der Hausarbeit, die richtige Seitennummerierung und seinen Grillabend am Samstag in zwei Wochen gedacht haben, haben daher wirklich, wirklich gar nichts mit Kontrollzwang zu tun. Man muss sich halt kümmern.

Tierliebe trifft auf Feinschmecker
Diesen Grundsatz beherzigt der Krebs auch konsequent in seinen Partnerschaften, die nach Abhaken diverser Pro- und Kontra-Listen mit Bedacht gewählt werden, dafür aber auch eine lange Halbwertszeit aufweisen. Wer den erquicklichen Wednesday-Addams-Wiedergänger (zur Erinnerung: das ist die liebreizende, stets zu Scherzen aufgelegte, schwarz gekleidete Tochter der Addams, die eine kopflose Puppe namens Marie Antoinette ihr Eigen nennt) für sich gewinnen möchte, benötigt kein dickes Bankkonto. Materielle Dinge lassen den Krebs eher kalt. Punkten kann, wer ein tropfnasses Kätzchen unter der Windjacke hervorzaubert, das er – vor dem Sommergewitter gerettet – dem tierliebsten aller Sternzeichen zur aufopferungsvollen Pflege überlässt. Oder wer im Dschungel der Mensagerichte treffsicher den Michelin-Stern findet. Denn mag sich der eher sparsam veranlagte Krebs auch so manch einem Genuss versagen, ein Schleckermäulchen steckt meistens in ihm. So oder so – Wegbegleiter, denen es gelingt, das leicht schwankende Glücksbarometer des Krebses richtig einzuschätzen, können sich über ein überaus freundliches, geduldiges und verschmustes Glücksbärchen freuen, mit dem die großen Dinge im Leben (WG-Frühjahrsputz, eine Reise in den Nachbarort und vielleicht sogar Familiengründung) möglich sind.

Hier trifft man den Krebs:

  1. Um Mitternacht in der Zentralbibliothek: gramgebeugt über seinen Büchern brütend, nur unterbrochen durch langgezogene „Wird ja eh nichts“-Seufzer
  2. Beim Studentenabend im neuen Insektenrestaurant
  3. Oder einfach mit dem Nachbarshund auf eine Parkbank sitzend und wartend – Fellnasen ziehen den Krebs an wie Motten das Licht

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