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​Vegane Blogs, Superfoods, Blender?!

Blog-Eintrag   •   Aug 14, 2018 07:00 CEST

So überstehst du den Food –Wahnsinn

Gibt man „Was ist gesund?“ bei Google ein erscheinen 70 Millionen Ergebnisse. Kein Wunder – diese brennende Frage ist für viele zum Lebensinhalt geworden und wird auch in Zukunft Gegenstand neuer Debatten und Erkenntnisse sein. Egal, ob Low Carb, no Carb, zuckerfrei, Paleo, vegetarisch oder vegan, für jede Lebensweise gibt es eine soziale Plattform mit tollen Bildern, Videos und Rezepten. Dabei sieht die Realität doch eigentlich so aus: bei alternativen Ernährungsformen denken die meisten an überteuerte Produkte und einen durchgeplanten Alltag. Jeder kennt einen, der einen kennt, der dann doch wieder aufgehört hat. 

Nicht so bei den Bloggern Nadine und Jörg. Die beiden leben seit 2006 vegan und sind inzwischen nicht nur Blogger der Seite Eat this!, sondern auch Kochbuchautoren und Foodfotografen. Das Thema Essen bestimmt schon lange nicht mehr nur ihr Privat- sondern auch Berufsleben. Sie sind die Macher hinter der Linse, diejenigen, die am Ende ihrer Community ein perfektes Essen präsentieren. Auf der anderen Seite stehen die Follower - die größere Anzahl von Menschen, deren Leben sich nicht den ganzen Tag ums Essen dreht. So bei Hannah zum Beispiel. Sie ist Studentin, seit neun Jahren überzeugte Veganerin und Blog-Fan. Sie will sich gesund ernähren, kann sich aber nicht ständig dem Thema gesundes Essen widmen.

Gutes Essen?

Für EatThis! Gründer Jörg und Nadine ist es ganz klar: Gut essen heißt sich bewusst mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen. „Im Normalfall merkt man schnell, was dann „Gutes“ im Einkaufskorb landet und was vielleicht eher den Daumen nach unten bekommt oder eben eher nur ab und zu als „Goodie“ auf dem Tisch landen sollte“, sagt Jörg. Die Konsequenz aus bewusstem Essen, heißt für sie auf tierische Produkte zu verzichten, vor allem aus ethischen Gründen. Für Hannah geht es aber nicht mehr nur um das Tierwohl: „Erst nach ein paar Jahren ist mir klar geworden, dass der Veganismus auch positive Auswirkungen auf die Umwelt und damit auf den Welthunger haben kann.“

Ja, es kann teuer werden, muss es aber nicht

Dass es viel um Schnick Schnack ginge und eine spezielle Ernährung überhaupt viel zu teuer ist – dieser Behauptung müssen sich Ernährungsexperten häufig stellen. Verständlich, denn die Lebensmittelindustrie hat es geschafft, aus dem Gesundheitstrend Marken und Produkte hervorzuheben, die sich rechnen. Sie sind scheinbar besonders gesund und können somit teurer verkauft werden. Gleichzeitig hat sich der moderne Biomarkt durchgesetzt, aber auch dort muss man oft tief in den Geldbeutel greifen. Damit der gesunde Einkauf also nicht zum finanziellen Fiasko wird, sollte man strategisch vorgehen: „Vegan zu leben heißt nicht, sich nur noch von teuren Superfoods und Mandelmus zu ernähren (nichts gegen Mandelmus). Eine gesunde, ausgewogene vegane Ernährung besteht aus eigentlich günstigen Produkten. Gemüse und Hülsenfrüchte waren noch nie teuer – auch nicht im Bioladen“, sagt Jörg von EatThis!. Hannah rät: „Im persischen, türkischen, oder Asia-Fachgeschäft um die Ecke lassen sich Gemüse, Hülsenfrüchte, Tofu und auch Gewürze oft günstiger kaufen, als in den meisten Supermärkten. Und Produkte wie Vollkornnudeln sind zwar teurer, man braucht aber auch eine geringere Menge und bleibt länger satt. So lässt sich sogar noch Geld sparen.“ Dabei muss auf den Discounter trotzdem nicht verzichtet werden. Wer auf den Saisonkalender achtet, kann dort regionales Gemüse und Obst inzwischen auch in Bioqualität kaufen.

Die Behauptung eine gesunde Ernährung mache alles teurer, stimmt so also nicht. Wer ein bisschen mehr Zeit in den Einkauf investiert und nicht blind alles in den Wagen wirft, der wird sich nicht verschulden. Auch angepriesene Must-haves wie Highspeed-Blender, Schnellkochtop oder Dampfgarer sind definitiv Luxusgeräte.

Schon gewusst? Auch Kartoffeln, Leinsamen, Zimt oder Knoblauch zählen zu Superfood.

Instagram vs. Alltag

Alles schön und gut. Alltag bedeutet aber oft Stress und viel Organisation: wo lassen sich da wunderschön arrangierte Food-Bowls – wie sie zum Beispiel auf Instagram zu sehen sind – unterbringen? Für Jörg und Nadine ist die Passion zum Beruf geworden und damit kein Problem. Etwas schön darzustellen, gehört zu ihrem Job und nimmt viel Zeit in Anspruch. Die Nutzer sind dagegen diejenigen, die diese Bilder in ihren Alltag umsetzen möchten und diese Zeit nicht unbedingt haben. Das kann frustrieren. Wenn Hannah nicht gerade frei hat, dann bedeutet essen für sie vor allem: Vorbereitung, Essen vorkochen, doppelte Mengen kochen und beim Einkaufen schon ein bisschen planen, was es geben soll. Das betrifft dabei nicht nur sie als Veganerin, sondern alle die sich gesünder ernähren wollen.

Das kann schon mal überfordern. „Wir versuchen mit unserem Content, die Leute in die Küche zu locken und hoffen, dass unser Styling immer auch eine Alltagssituation abbilden kann. Natürlich eine gestylte, aber keine unerreichbare oder gar unnahbare. Insofern hoffen wir nun einfach mal, dass wir nicht abschrecken“, erklärt Jörg. Ob es nun Alltagssituationen sind die abgebildet werden, das sei dahin gestellt. Um sich von den schönsten Kompositionen und Videos nicht einschüchtern zu lassen, kann es also hilfreich sein, immer mal wieder einen Realitätscheck zu machen und sich daran zu erinnern, dass es bei allem um Spaß und ein gutes Gefühl gehen sollte. Jörg und Nadine schaffen auf ihrem Blog auf jeden Fall eines: viele Inspirationen und Ideen für neue Produkte und Rezepte.

Ein kleines Extra: Das unverzichtbare Lebensmittel

  • Jörg: „Frische Kräuter. Immer und überall drüber“
  • Hannah: „Paprikapulver, Kreuzkümmel und Knoblauch kommen bei mir in fast jedes Gericht. Die Geheimwaffe für vegane Käseprodukte sind außerdem Hefeflocken“

Vielen Dank Eat this! und Hannah Pfeiffer 

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